Die Herzogin von Chicago

Die Herzogin von Chicago

Operette in zwei Akten mit einem Vor- und Nachspiel von Julius Brammer und Alfred Grünwald
Musik von Emmerich Kálmán (1882 – 1953)
Videozusammenfassung I Trailer
(Text/Foto: Theater Regensburg)

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden 30 Minuten, inkl. Pause
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Ich freue mich sehr über mein neues Engagement am Theater Regensburg. Premiere: 08.12.2018 I Dernière: 04.06.2019

Der neue GMD Chin-Chao Lin liebt die Operette. Und so ist es nur konsequent, dass er es sich nicht nehmen lässt, bei Kálmáns „Herzogin von Chicago“ selbst am Pult zu stehen. „Die Herzogin von Chicago“ ist zwar nicht so bekannt wie andere Werke Kálmáns, steht ihnen aber in nichts an Melodienreichtum und Witz nach. Das Stück handelt von alten und neuen Werten und ist aktuell wie nie.

Das Werk wurde 1928 nach den Erfahrungen der Industrialisierung und des Ersten Weltkriegs uraufgeführt. Inspiration schöpfte der Ungar Kálmán aus einem Amerika-Aufenthalt zur Premiere seiner Operette „Die Zirkusprinzessin“ in New York im Jahre 1927. Hier erlebte er die Lebendigkeit der Musik und den einzigartigen Way of Life des modernen Amerikas als starken und anregenden Kontrast zu seiner europäischen Heimat. Kálmán trägt in „Die Herzogin von Chicago“ den

Kampf der Kulturen zwischen dem modernen Amerika und dem traditionsreichen alten Europa auch als musikalischen Streit aus: Charleston und Foxtrott gegen Walzer und Csárdás. Das ist reizvoll und unterhaltsam, zumal der Komponist vor kaum einem schrägen Zitat zurückschreckt – Donauwalzer, amerikanische Hymne und Beethovens Fünfte als ein Foxtrott!
Doch worum geht es genau? Die fiktive europäische Erbmonarchie Sylvarien steht vor dem wirtschaftlichem Aus. Da kommt die amerikanische Milliardärstocher Miss Mary Lloyd, die auf ihrer Reise nach Europa wahnsinnig gerne ein Schloss kaufen würde, gerade recht. Doch ein Schloss ist nicht genug. Sie sucht etwas, das man mit Geld eigentlich nicht kaufen kann. Wie schön wäre es, gleich den passenden Prinzen mit zu erstehen! Erbprinz Sandor Boris, dem ihr Interesse gilt, kennt diesen Plan nicht. Und natürlich trifft es ihn

mitten ins Herz, als er bemerkt, dass er nur Teil eines Spiels ist. Genauer gesagt eines Wettkampfs. Um ein Haar heiratet der gekränkte und mittellose Prinz aus Trotz seine Cousine – ehe dann doch alles anders kommt …Das Wettkampf-Motiv bestimmt die gesamte Operette. Wie in einem sportlichen Wettstreit stehen sich in der „Herzogin von Chicago“ zwei Mannschaften gegenüber – Mary Lloyd mit ihrem Gefolge und Sandor Boris mit seinen Ministern: Amerika versus Europa. Geld versus Tradition. Jazz versus Walzer. Charleston versus Csárdás. Gar Zukunft versus Vergangenheit? Aron Stiehl, der sich letzte Spielzeit mit dem „Vetter aus Dingsda“ in die Herzen des Publikums inszenierte, übernimmt die Regie. Gemeinsam mit seiner Ausstatterin Dietlind Konold wird er die lustvoll politisch unkorrekte Operette auf die Bühne bringen.